Archdorf Route 4.3.1 - Saures
Auch wenn du kurz überlegst, seiner Aufforderung nicht nachzukommen, so weißt du, dass du ohnehin bald blinzeln müsstest und entscheidest dich dazu verunsichert zweimal zu blinzeln. Du wählst ‚Saures‘, in der Annahme, dass der Mörder von dir erwartet ‚Süßes‘ zu nehmen und vermutest hinter ‚Süßes‘ daher die schlimmere Folter. Auch wenn du weißt, dass aller Wahrscheinlichkeit nach beide Auswahlmöglichkeiten mit Schmerzen und deinem unausweichlichen Tod verbunden sind. Allerdings hat dir der Mann in Maske nicht verraten, zwischen welchen ‚Spielen‘ du wählen kannst und demnach wirst du nie wissen, ob überhaupt eine ‚mildere‘ Folter zur Auswahl stand. Womöglich hat er die Frage nur gestellt, um dich auch im Geiste zu quälen, und er würde dich auf die grausamste Weise weiterfoltern, egal welche Antwort du gegeben hättest.
„Ah… Saures also… Mhahaha… Sehr gute Wahl! Nun, dann will ich dich nicht länger auf die… Folter spannen, hehe… Das Spiel, für welches du dich entschieden hast, nenne ich liebevoll ‚Ausweiden‘. Gut, gut, dann wollen wir keine weitere Zeit verlieren! Rein ins Vergnügen!“ Aus… weiden…? Entsetzt starrst du dein Gegenüber an und hoffst inständig, dass er damit nicht das meint, woran du bei dem Wort denken musst. Der Mörder lässt vergnügt deinen Kopf los und dein Kinn fällt zurück auf deine Brust. Wieder kannst du an deinem Körper herabsehen. „Oh, ja, so ist deine Haltung für das Spiel perfekt! Bleib genau so! Bloß nicht bewegen! Oh… Stimmt ja, das kannst du ja gerade gar nicht, haha. Wie gut, denn so hast du den besten Blick auf das Spielgeschehen!“ Du spürst kalten Angstschweiß deinen Körper benässen und musst zutiefst entsetzt mitansehen, wie der Mann in Wolfsmaske das Skalpell vom Boden aufhebt. Deine unbeschreibliche Furcht raubt dir endgültig die Fähigkeit zu denken. Der Mörder bewegt den scharfen Gegenstand auf deine Brust zu und setzt ihn an. Wie konntest du hoffen, dass hinter dem Spiel ‚Ausweiden‘ etwas anderes steckt als das, was das Wort am treffendsten beschreibt? Dann siehst du, wie das Skalpell ruckartig und kraftvoll zwischen deine Rippen gestoßen wird und unmittelbar nach dem tiefen Einsinken in deine Haut über deinen Bauch nach unten bis hin zu deiner Hüfte gezogen wird. Brennende Schmerzen, wie sie Worte nicht beschreiben können, strahlen von der aufkläffenden Wunde aus. Blut quellt hervor, für einen kurzen Moment langsam und schwach, bevor es innerhalb weniger Augenblicke regelrecht in Strömen an dir herabfließt. Du fühlst Qualen, wie sie sich kein Mensch vorzustellen vermag.
Dann geht alles ganz schnell. Der Mörder bricht in hysterisches Lachen aus und reißt die blutige Öffnung mit den Händen weit auseinander, greift nach deinem Darm und zieht ihn aus deinem Inneren heraus. Scheinbar in einem Blutrausch wirft er deine Eingeweide durch die Luft, wodurch dein Blut seine Maske, dein Gesicht und die Wände des Raumes vollspritzt. Dann reißt er dir weitere Organe heraus und zerquetscht deinen Magen in seinen Händen, bis dieser aufplatzt und der breiige Inhalt sich seinen Weg durch die Finger des Mörders zu Boden sucht, wo er mit einem glitschigen Geräusch aufkommt. Im nächsten Moment greift der Psychopath nach deinen Rippen und zieht stark an ihnen, bricht sie, biegt sie nach außen, von deinem Körper weg. „Die sind im Weg! Weg damit, ahahahaha!“ Die Sicht deines verbliebenen Auges wird schlechter und beginnt zu verschwimmen, deine Ohren vernehmen ein stetig lauter werdendes Rauschen, während alle anderen Geräusche zunehmend gedämpfter werden. Gleich hast du es geschafft, es dauert nicht mehr lange.
Der Mörder schlägt auf deine Lungen ein und die letzte Luft, die du je atmen wirst, platzt aus dir heraus. Ohne abzuwarten, wie lange du ohne Atmen zu können noch weiterleben kannst, schnappt er sich dein noch klopfendes Herz aus deiner Brust und hält es dir stolz und vergnügt vor die Nase, bevor er es mit all seiner Kraft zerquetscht und in Stücke reißt. Wie deine geliebte Familie wohl reagieren wird, wenn sie von deinem Tod erfahren? Von nun an wirst du ihre Tränen nicht mehr trocknen können. Dein Auge ist geöffnet, doch dein Blick ist leer. Du wirst gehüllt in eine zunehmende, unbekannte und doch vertraute Dunkelheit, die dich beruhigt und dir deine Schmerzen nimmt. Du lässt dich fallen und behutsam wiegt sie dich in deinen ewigen Schlaf. Du hast es geschafft.
