Archdorf Route 3.1 - Die Tür mit Axt öffnen

Du willst einfach nur hier raus und das so schnell wie möglich. Vielleicht ist der Mörder im Moment gar nicht im Haus und selbst wenn er es wäre – du bist nun bewaffnet und kannst dich verteidigen. Du sprichst dir selbst gut zu und schöpfst Mut, dennoch musst du das Zittern deiner Angst unterdrücken. Dein Überlebensinstinkt verpasst dir einen Adrenalinkick und du umgreifst fest den Griff der Axt und hebst sie in Richtung der Holztür an um Schwung zu holen. Dann schmetterst du sie so kraftvoll du kannst nieder und mit einem ohrenbetäubenden Knall trifft sie auf die Holzpaneele der Raumtrennung. Einige Holzsplitter fliegen an dir vorbei und verursachen kleine Schnittwunden in deinem Gesicht. Du ignorierst es und holst erneut Schwung. Das Mädchen hinter dir scheint Panik zu bekommen und sie fängt an zu schreien. Das macht dich noch nervöser und du bemerkst wie Schweiß deinen Körper bedeckt. Plötzlich vernimmst du Schritte und eine belustigte Stimme erklingt. „Oh, sieht so aus als wolle eines meiner Schäfchen ausbrechen. Böses Schäfchen.“ Verdammt! Der Lärm, den du mit deiner Axt gemacht hast, scheint den Mörder angelockt zu haben. Gerade als deine Arme mit dem Werkzeug für einen erneuten Schlag niedergehen, ertönt ein Klick-Geräusch und die Tür öffnet sich. Dein Hieb geht ins Leere und du hättest mit dem Schwung beinahe dein eigenes Bein getroffen. Um dein Gleichgewicht ringend machst du einen Schritt nach vorne, den Blick nach unten gerichtet. Du siehst schwarze Schuhe vor dir, die mit Blutspritzern befleckt sind. Panisch ringst du nach Luft und schaust an dem männlichen Körper, der nur ein paar Schritte weit entfernt steht, hoch. Er ist in einen edlen Anzug gekleidet, dunkelrote Flecken zieren den schwarzen Stoff. Sein Gesicht wird verdeckt durch eine gruselig bemalte Wolfsmaske. Als sich eure Blicke treffen hebt er die Hand. „Buh!“ Für einen kurzen Moment stehst du wie angewurzelt da, starr vor Angst und noch bevor du reagieren kannst prallt ein Wasserball, den dein Gegenüber beschworen hat, auf deine Brust. Die Magie ist so stark, dass sie dir den Atem raubt und dich nach hinten wirft. Nach einer kurzen Schwebephase kommt einer deiner Füße auf der Kante einer der Stufen der kleinen Treppe auf und du knickst um, bevor du nach hinten fällst und mit dem Rücken und deinem Hinterkopf auf dem harten Boden landest. Dir bleibt die Luft erneut weg und beinahe wäre dir schwarz vor Augen geworden. Der Mann mit der Wolfsmaske schreitet gemächlich die Treppe herab und lacht während du langsam wieder zu Atem kommst. Du bemerkst, dass du deine Axt hast fallen lassen beim Sturz und richtest dich auf, um sie mit den Augen zu erspähen. Sowie du sie gefunden hast willst du aufstehen, aber dein Fuß schmerzt bei dem Versuch und knickt weg, worauf du wieder hinfällst. Du musst dir wohl eben als du auf der Stufe so schlecht aufgekommen bist den Fuß verstaucht haben. Panisch und mit schmerzverzerrtem Gesicht kriechst du in Richtung der Axt. Du brauchst sie um dich zu verteidigen! „Oh nein, nein, das machen wir nicht. Du, kleines Schäfchen, könntest dich daran verletzen. Das wollen wir doch nicht. Hehe.“ Die Stimme des Psychopathen hat einen gruseligen Tonfall, als er erneut Magie anwendet, um die Axt mit Wasser von dir wegzuschwemmen. Alle Hoffnung verlässt dich, sowie das Werkzeug außer Reichweite ist und du wendest dich deinem Entführer zu. Dieser geht vor dir in die Hocke und starrt dich an. Obwohl er eine Maske trägt weißt du, dass er lächelt. Dann erhebt er sich wieder und klatscht in die Hände. „So, dann machen wir uns mal an die Arbeit.“ Du siehst ihm zu wie er zum Werkzeugtisch geht, unfähig aufzustehen. Deine Augen beginnen zu tränen und die Verzweiflung übermannt dich. Dich an dein Leben klammernd beginnst du zum Ausgang zu kriechen, aber es dauert keine drei Sekunden, wie der Mann mit Maske über dir steht und dir einen Draht um den Hals wickelt. Du greifst danach und versuchst mit Müh und Not das silberne Metall zu lockern, was darin endet, dass es nur noch fester gezogen wird. Dir wird die Luft abgeschnitten, als dich der Mörder nach hinten zieht. „Böse Schäfchen müssen bestraft werden…“ In der Mitte des Raumes lässt er von dir ab und du kommst wieder zu Atem während er deine Hände über deinem Kopf zusammenbindet. Psychisch am Ende fragst du dich was er wohl nun mit dir vorhat und hoffst auf ein Wunder, welches dich am Ende noch rettet. Aber du hast das zermalmende Gefühl, dass keines passieren wird. Der Mann geht an dir vorbei und beginnt fröhlich ein Lied zu pfeifen. Du schaust ihm nach. Er bewegt sich auf einen Kettenmechanismus an der Wand zu und zieht etwas an einer Kette, woraufhin einer der Haken an der Decke sich herabsenkt. Er kehrt zurück zu dir und bindet deine gefesselten Hände um den Haken, dann zieht er dich an dem Mechanismus hoch bis deine Füße den Boden nicht mehr berühren. Du windest dich hin und her, lässt es aber schnell bleiben, da mit jeder Bewegung, die du machst, der Draht um deine Hände mehr ins Fleisch schneidet. Du schließt deine Augen und stöhnst unter Schmerzen. Als du sie wieder öffnest steht der Mann in Wolfsmaske vor dir und hält ein Skalpell in der Hand. „Zunächst einmal beginnen wir damit, dich von deiner Wolle zu befreien. Sie muss sehr sehr schwer für dich sein, nicht wahr?“ Wolle?! Welche Wolle?! Er meint doch nicht etwa… Der Mörder lacht und setzt das scharfe Utensil an deinem rechten Arm an, etwas unter dem Draht. Er beginnt hysterisch zu lachen und drückt die scharfe Klinge in deine Haut, schneidet um dein Handgelenk herum. Du stöhnst unter dem stechenden Schmerz auf und fühlst warme Flüssigkeit deine Arme hinabströmen. Blut. Du kannst deine Tränen nun nicht mehr zurück halten und sie kullern deine Wangen hinab. Dir wird bewusst, dass dies hier wirklich dein Ende sein könnte und du beginnst um dein Leben zu betteln. „Bitte, ich tue alles, bitte lasst mich gehen, ich will nicht sterben!“ Der Mann begibt sich zu deiner linken Seite und setzt dort ebenfalls das Skalpell an deinem Handgelenk an, dann flüstert er dir ins Ohr. „Oh, aber seid versichert, dass es noch eine Weile dauert, bis ich Euch in den Tod entlasse. Genießt Eure wertvolle restliche Zeit doch mit mir, ich garantiere Euch eine Einmal-im-Leben-Erfahrung, etwas, das nicht jeder erleben kann. Ihr könnt Euch glücklich schätzen… Habt Spaß bei diesem… einschneidenden Erlebnis. Haha!“ Dieser Mann ist vollkommen verrückt! Wieder schneidet er um deine Hände herum, dann macht er dasselbe an deinen Knöcheln. Du kneifst unterdessen nur noch die Augen zu und hoffst, dass es schnell vorbei ist. Doch, was daraufhin kommen sollte, würde nicht einmal in deinen schlimmsten Alpträumen vorkommen. Der Mann im Anzug schneidet seitlich an deinen Armen entlang bis zu deiner Brust und deine Beine hinab. Etwas unverständliches murmelnd zerreißt er den Lumpen in den du gekleidet bist. Hilflos hängst du nun vor ihm, nackt. Was zum…? Irritiert blickst du dem olivfarbenen Fetzen hinterher und fragst dich, wozu diese Aktion nun gut war, als du deine Antwort bekommst. Du spürst das Skalpell an deinem Hals wie es sich langsam einen Weg durch dein Fleisch bis zu deinem Bauch bahnt. Und dann beginnt er damit deine Haut vom Fleisch zu trennen und abzuziehen. Sein Griff ist fest und er reißt kraftvoll an. Du hast noch nie solche brennenden Schmerzen gefühlt und kannst deine Schreie nicht mehr unterdrücken. Hysterisch und ohrenbetäubend laut klingen sie in dem kleinen Raum, überbieten die Angstschreie des Mädchens. „Nein! Aufhören!“ Aber der Mann lacht nur noch lauter und reißt dir gut gelaunt weiter die Haut vom Leib, dein Leid ignorierend. Jeden Zentimeter. Deine Arme, deine Beine, dein Rücken, deine Brust, alles. Unter den starken Schmerzen wärst du beinahe ein paar Mal ohnmächtig geworden, aber der Mörder hat es immer gemerkt und dich wach geschlagen. Du weißt nicht wie lange das so ging, aber es kommt dir wie eine Ewigkeit vor, bevor er endlich von dir ablässt. Dein gesamter Körper brennt, Blut tropft zu Boden und du siehst deine Haut neben dir auf dem Boden liegen. Deine Haut! Du bist mittlerweile zu schwach um zu schreien, aber dein Entsetzen macht sich in deinen Augen breit. Dir ist bewusst, dass du ohne Haut nicht überleben kannst und so stark wie du blutest, vermutest du, dass du bald verbluten würdest. Du weißt, dass dies dein sicheres Ende ist. Es ist nur eine Frage der Zeit. Du resignierst und akzeptierst dein Schicksal, als du dem Mann eine Bitte aufträgst. Dein Hals schmerzt vom lauten Schreien und du schmeckst Blut, deine Stimme ist leise und rau. „Bitte… tötet mich endlich… Ich flehe Euch an… Tötet mich…“ Du hast Angst vor dem Sterben, aber es gibt keinen Ausweg und du möchtest endlich von deinem Leid erlöst werden und nicht noch mehr leiden. Der Psychopath kommt dir näher und scheint begeistert. „Wundervoll! Genau das will ich hören! Aber leider musst du dich noch gedulden, kleines Schäfchen, wir sind noch nicht fertig.“ Entgeistert starrst du ihn an, Tränen strömen dein Gesicht herab, brennen auf deiner fleischigen Brust und er kommt immer näher. Du schüttelst langsam mit aufgerissen, entsetzten Augen den Kopf und er nickt. „Oh doch.“ Dann platziert er das Skalpell an deiner Stirn. Du spürst einen Schnitt und Blut fließt dir in die Augen, färbt deine Sicht rot. Dann beginnt er wieder dir die Haut abzuziehen und deine qualvollen Schreie erklingen erneut. Dann siehst du wie dein Gesicht sich von dir trennt und er es auf den Boden wirft. Unfähig deine Augen zu blinzeln fangen deine Augen an zu brennen, aber das macht für dich nun auch keinen Unterschied mehr. Er macht sich an die Kopfhaut und klatscht schließlich in die Hände. „Wundervoll! Das Schäfchen ist geschert.“ Du kannst nicht mehr reden und das Atmen fällt dir schwer, deine Umgebung ist verschwommen und du hörst kaum noch. Der Mann war zu seinem Werkzeugtisch gegangen und kommt nun mit einer Säge zurück. Er macht sich daran deine Füße abzutrennen. Was hast du in deinem Leben falsch gemacht, dass du durch diese Hölle gehen musst? Du weißt die Antwort auf die Frage nicht. Du kannst nicht mehr schreien, der Schmerz verschwindet langsam, du merkst nur noch wie nun auch deine Beine dran glauben müssen, bevor deine Sicht schwarz wird. „Hm, schade schon vorbei…“ Die enttäuschten Worte des Mannes kannst du kaum noch vernehmen, bevor alles um dich herum still wird. Vor deinem geistigen Auge siehst du noch deine Familie. Dann endet dein Leben.

Ende 2: Lebendig gehäutet

de_DEDeutsch