Archdorf Route 3.2.1 - Haustür

Deine Wahl fällt auf die Haustüre. Das Fenster zu zerschlagen, würde bestimmt zu viel Lärm verursachen und dadurch den Mörder auf den Plan rufen. Und wenn du Pech hast, ergreift er dich noch bevor du hinausklettern kannst. Leise schleichst du also den Flur entlang bis zu dem beleuchteten Raum. Das Summen wird stetig lauter. Du nimmst all deinen Mut zusammen und spähst um die Ecke. Im Schein einer Chromakerze auf einem Holztisch siehst du den Rücken eines großen Mannes in einem edel aussehenden Anzug, der in der Küche steht und scheinbar Flüssigkeiten mischt. Das ist deine Chance! Ohne Zeit zu verlieren, schleichst du in den offenen Raum und begibst dich zur Haustür, hoffend, dass der Mann sich nicht umdreht. Erleichtert, dass die Dielen auf dem Boden nicht knarzen, erreichst du die Haustüre und legst zitternd deine Hand auf den Griff. Bitte… sei offen… Du drückst den Griff hinab und versuchst die Tür zu öffnen. Zu deinem Entsetzen bewegt sie sich kein bisschen. Sie ist abgeschlossen.

       Plötzlich erklingt ein leises Lachen, das immer lauter wird. Du drehst dich dem Mann in der Küche zu, von dem das Geräusch kommt und musst feststellen, dass er sich dir langsam zuwendet. „Hat das kleine Schäfchen wirklich gedacht, es könnte auf diesem Wege fliehen? Was für ein böses Schäfchen…“ Du musst schlucken als du den Mann von vorne siehst. Er trägt eine Wolfsmaske und sein Körper ist bedeckt mit dunkelroten Spritzern und Flecken. Langsam kommt er auf dich zu, eine Karaffe mit leicht gelblicher Flüssigkeit in der Hand, die du nicht identifizieren kannst. Du weichst einen Schritt zurück, erinnerst dich aber sofort an die Axt in deiner Hand und triffst einen Entschluss. Du musst nun um dein Überleben kämpfen. Fest umgreifst du dein Werkzeug und lässt einen lauten Schrei los während du auf den Mörder zustürmst. Auf halbem Weg hebt dein Gegenüber die Hand und beschwört Wassermagie, die sich um deinen Hals wickelt und schließlich eine Blase um deinen Kopf herum bildet. Damit hast du nicht gerechnet. Die Schwere des Wassers bringt dich um dein Gleichgewicht und du stoppst um nicht umzufallen. Unfähig zu atmen lässt du deine Axt fallen und versuchst mit zunehmender Panik die Flüssigkeit um deinen Kopf mit den Händen zu zerreißen. Ohne Erfolg. Wasser dringt in deine Lunge und füllt sie immer mehr auf. Das bereitet dir Schmerzen, aber in deinem Kampf ums Überleben versuchst du sie zu ignorieren. Du sinkst auf die Knie, aber die Wasserblase bleibt an dir haften. Durch das klare Blau erkennst du wie der Mann auf dich zukommt und vor dir stehen bleibt. Auch wenn du es durch die Maske nicht siehst, bist du dir sicher, dass er breit grinst und jeden Moment deines Leidens genießt. Dann hebt er die Hand mit dem Gefäß an und gießt die Flüssigkeit über deinen Kopf. Sie vermischt sich langsam mit dem Wasser und jetzt weißt du, um was es sich handelt. Säure. Angst und Panik übermannen dich, während dein Gesicht anfängt zu brennen und sich das Wasser rot färbt. Immer wilder versuchst du mit den Händen das Wasser von dir loszureißen, aber vergebens. Deine Finger beginnen zu bluten und Haut löst sich von ihnen, während die Säure sich langsam einen Weg in deine Lungen bahnt, und du hast die Schmerzen deines Lebens. Du spürst, wie die tödliche Flüssigkeit dir dein Fleisch vom Gesicht reißt und deine Lunge zerfrisst. Deine Schreie werden im Keim erstickt und du siehst dein Leben an dir vorbeiziehen, obwohl deine Augen bereits die Sicht verloren haben. Du merkst, wie du schwächer wirst und sich deine Sicht schwarz färbt als du zu Boden fällst. Nach einer Weile hörst du auf dich zu wehren und ein paar Sekunden darauf kommt dein Leiden zu einem Ende.

Ende 3: Tod durch Säure

de_DEDeutsch